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Zitrusfrüchtekunde

Orangen, Clementinen und Zitronen haben im Herbst und Winter Saison. Genießen Sie die leckeren Zitrusfrüchte pur oder in Gerichten, die durch die fruchtig frische Zugabe eine ganz besondere Note erhalten.

Durch ihren besonders hohen Vitamin C Gehalt sind Zitrusfrüchte ideal dafür geeignet, unser Immunsystem zu stärken und uns so vor unerwünschten Erkältungskrankheiten zu schützen.Lesen Sie dazu unsere Tipps, wie Sie gesund durch den Herbst kommen!

Anbau und Verzehr von Zitrufrüchten

Orangen und Co. zählen zu dem am meisten angebauten Obst der Erde: Pro Jahr ernten Bauern weltweit mehr als 94 Millionen Tonnen Zitrusfrüchte. 40 % der Weltproduktion kommen heute aus Südamerika – vor allem aus Brasilien, 25 % aus Nord- und Mittelamerika (USA und Mexico) und nur 8 % aus Europa (Spanien und Italien). Die Statistik besagt außerdem, dass jeder Deutsche circa 13 kg im Jahr verzehrt: 6 kg Orangen und Mandarinen, 1,5 kg Zitronen und rund 2 kg Grapefruits.

Orangen-Anbau
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Zitrusfrüchte aus Spanien

Eines der Hauptanbaugebiete von Zitrusfrüchten ist seit Jahrhunderten die Gegend um Valencia. Das mediterrane Klima bietet ideale Bedingungen für Orangen, Clementinen und Zitronen auf den Plantagen Martinavarro und Frugarva, deren Anbauflächen in den Bergen Valencias und Murcias liegen. Die Früchte reifen im Einklang mit der Natur unter nachhaltigen Bedingungen.

So werden auf den Plantagen z.B. Bienen statt Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Dazu kommen modernste Technik und Ausstattung, so dass Früchte von höchster Qualität heranwachsen.

Orangen
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Orangen

Der Name Orange wurde aus dem Englischen und Französischen übernommen und hat seinen Ursprung im Sanskrit, dem Alt-Indischen. "Nagarunga" hieß die Frucht in der Sprache der Götter. Daraus entwickelte sich das arabische Wort "narunj" und schließlich das spanische Wort "naranja". Nördlich der Speyerer Linie werden Orangen auch Apfelsinen (von niederländisch appelsien, wörtlich „Apfel aus China/Sina“) genannt.

Man unterteilt die Orangensorten grundsätzlich in Süßorangen und Bitterorangen (Pomeranzen). Bitterorangen sind für den normalen Verzehr ungeeignet.

  • Narvelorange
    - frühe Sorte, wird schon ab November verkauft
    - nabelförmiger Blütenansatz
    - dicke Schale
    - saftiges Fruchtfleisch
  • Blondorange
    - helle Schale
    - festes Fruchtfleisch
    - dazu gehören Blutorangen mit roter Pigmentierung der Schale und des Fruchtfleisches
  • Spätorange
    - wird erst im Mai oder Juni geerntet
    - glatte, helle und dünne Schale
    - besonders gut geeignet zum Entsaften

Süße Orangen sind vielseitig verwendbar. Sowohl kulinarische Leckerein als auch Dekoratives und sogar schöne Düfte werden aus Ihnen gewonnen. So kennt jeder den fruchtigen Geschmack frisch gepressten Orangensaftes, das fruchtige Aroma von Backwaren und Süßigkeiten mit Orangen sowie die für manch einen außerhalb von England gewöhnungsbedürftige bitter-süße Orangenmarmelade. Um Speisen zu aromatisieren werden häufig hauchdünne, bitterstofffreie Orangenschalen verwendet - ebenso wie als Dekoration von Speisen und Getränken. Außerdem finden sich in vielen Fruchtteemischungen getrocknete Orangenschalen. Schließlich hat die Orange darüber hinaus Einzug in die Parfümindustrie gefunden. Hier werden ihre Duftstoffe für frische Düfte eingesetzt.

Orangen haben wenig Kalorien, kaum Fett und einen hohen Anteil an Vitamin C. Schon zwei Orangen decken den Tagesbedarf an Vitamin C. Außerdem enthalten sie viele Mineralstoffe, die das Immunsystem stärken und für den Aufbau von Knochen, Zähnen und Bindegewebe wichtig sind. Darüber hinaus wird den saftigen Früchten eine verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt. Nach neuesten Erkenntnissen kann Orangensaft sogar Alterungsprozesse bremsen und vor Darmkrebs schützen.

Zitronen
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Zitronen

Sie ist saftig und sauer – deshalb ist sie auch nicht wie anderes Obst essbar: die Zitrone. Sie ist eine sehr vielfältige Frucht und heute aus Küche und Haushalt nicht mehr wegzudenken. Da der Zitronenbaum das ganze Jahr blüht, hat sie das ganze Jahr über Saison. Seit dem 13. Jahrhundert werden Zitronen in Sizilien und Spanien kultiviert. Schon aus dem Mittelalter sind Rezepte mit Zitronen überliefert.

Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts baut man sie auch in Deutschland an. Im Barockzeitalter waren die Pflanzen besonders wegen ihrer dekorativen Funktion in der Gartenarchitektur, und ihres Duftes und Geschmacks sehr beliebt. Heute kommt die Zitrone aus den Mittelmeerländern, Florida, Brasilien und vor allem Mexico zu uns.

Es gibt mehr als 100 Arten der Zitrone. Man unterscheidet sie insbesondere anhand der Dicke ihrer Schale. Eine dünne Schale bedeutet grundsätzlich immer, dass die Frucht saftiger ist als die mit einer dicken Schale. Die bekanntesten Zitronensorten sind die saftreiche Primofiori sowie die größere und rundlichere, aber saftärmere Verna. An ihrer grünen, dünnen Schale sind die kleinen, runden und fast kernlosen Limetten zu erkennen.

Praktische Tipps zu Zitronen
Beachten Sie folgende Tipps, die Ihnen den Umgang mit der Zitrone erleichtern werden:

  • Eine kleine Zitrone mit dünner Schale enthält mehr Saft als eine große mit dicker Schal.
  • Bevorzugen Sie weiche Zitronen! Sie haben üblicherweise am meisten Saft.
  • Orientieren Sie sich nicht an der Farbe der Zitrone! Das Gelb der Schale sagt nichts über die Qualität der Frucht aus.
  • Lagern Sie Zitronen dunkel und kühl und getrennt von anderen Früchten!
  • Wenn Sie Zitronenhälften aufbewahren möchten, legen Sie sie mit der Schnittfläche nach unten auf einen Teller und stellen diesen in den Kühlschrank!
  • Wenn man die Zitrone mit der flachen Hand über eine glatte Oberfläche rollt, erhält man den meisten Saft aus der Frucht.    

Verwendbarkeit der Zitrone
Die Zitrone ist eine beliebte Zutat für Speisen und Getränke. So wird die geriebene Schale von unbehandelten Zitronen gern als Gewürz verwendet. Aber auch als Backaroma kommt sie zum Einsatz. Ist die Frucht unbehandelt, kann man die Schale abreiben und als Aromastoff beim Kochen von z.B. Fleischgerichten, Marinaden, Gebäck, Süßspeisen etc. verwenden.

Auch viele Cocktails werden unter Verwendung von Zitronenschale kreiert. Die sehr saftigen Früchte sind unverzichtbarer Bestandteil von Cocktails wie dem Mojito oder der Caipirinha.

Darüberhinaus neutralisiert Zitronenwasser schlechte Gerüche und hemmt Keime. Deshalb eignet er sich sogar als Reinigungsmittel. Und auch wer hartnäckige Flecken entfernen muss, kann Zitronensaft verwenden. Da er allerdings stark bleichen kann, sollte man es auf empfindichenTextilien vorab vorsichtig testen. Eine selbst hergestellte Lösung aus 30 Gramm Zitronensäure auf einen Liter Wasser eignet sich zusätzlich als Kalklöser.

Gesundheitsfördernde Wirkung der Zitrone
Einige Eigenschaften der Zitrone wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus:

  • Der Vitamin C-reiche Saft der Zitrone ist ein bewährtes Hausmittel gegen Erkältungen. Er aktiviert die weißen Blutkörperchen, stärkt so das Immunsystem und lindert Infektionskrankheiten.
  • Die Säure des Zitronensaftes löst im Körper Reaktionen aus, die die überschüssige Säure bei Sodbrennen neutralisieren.
  • Zitronensaft in Kaffee und Espresso lindern Kopfschmerzen. Die Zitrone unterstützt die körpereigene Schmerzhemmung, während das Koffein die Blutgefäße im Gehirn erweitert und so schmerzlindernd wirkt.
  • Venen werden gestärkt und abgedichtet. So wird das Krampfader-Risiko verringert. Blutende Wunden können mit Zitronensaft desinfiziert werden, was blutstillend wirkt.
  • Auf die Haut hat Zitronenöl einen anregenden, straffenden und reinigenden Effekt und beugt so der Hautalterung vor.
  • Brüchige Nägel werden wieder glänzend und glatt, wenn man diese zweimal am Tag mit Zitronensaft bestreicht.
Clementinen
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Clementinen

Die kleinen Schwestern der Orange werden oft alle Mandarine genannt, sind aber meist Clementinen oder Satsumas und unterscheiden sich in einigen Aspekten voneinander. Alle drei Zitrusfrüchte haben jeweils ihre charakteristischen Eigenarten. Die Unterschiede haben wir hier einmal zusammengestellt:


Clementinen
Die Clementinen sind im Mittelmeerraum entstanden, ähnliche Sortengruppen sind auch aus Ostasien bekannt, etwa unter der Bezeichnung Satsuma (s. u.). Clementinen sind wahrscheinlich eine Kreuzung aus Mandarine und Pomeranze (Bitterorange). Die Früchte sind sehr aromatisch, deutlich süßer als Mandarinen und haben nur wenige Kerne - manche sind sogar vollständig kernlos. Sie lassen sich schlechter schälen als Mandarinen, bleiben dafür aber bei richtiger Lagerung deutlich länger frisch, während Mandarinen schneller trocken werden und dabei an Geschmack verlieren. Ab November sind sie erhältlich.

Mandarinen
Die Schale der Mandarinen ist etwas dünner als die der Clementinen und deshalb leicht schälbar. Die Mandarine schmeckt zwar nicht ganz so aromatisch wie die Clementine, dafür hat sie mehr Zucker und weniger Säure. Vor allem die Tatsache, dass sie sehr viel Saft enthält, macht sie so beliebt. Wenn die Früchte reif sind, werden die ersten Mandarinen bereits ab Ende Oktober gepflückt, so dass sie uns pünktlich in der kalten Jahreszeit - Herbst und Winter - erhältlich sind.

Satsumas
Satsumas stammen aus Ostasien und sind eine Kreuzung zwischen Orange und Mandarine. Von der südjapanischen Provinz Satsuma aus, wo sie bereits seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar sind, und von der sie auch ihren Namen haben, fanden sie den Weg in die westliche Welt. Das Fruchtfleisch der Satsumas ist fast kernlos, hat also keine bis einige wenige Samen. Die Früchte enthalten im Vergleich zu Clementinen etwas mehr Säure, haben allerdings ein geringeres Aroma als z. B. Mandarinen. Ihre Schale, die etwas ledrig wirkt, lässt sich leichter als die der Clementinen vom Fruchtfleisch lösen.

PraktischeTipps zur Aufbewahrung und Lagerung von Zitrusfrüchten

Lagerung von Zitrusfrüchten
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Clementinen & Co. haben eine kurze Erntezeit, aber wenn sie zur richtigen Zeit gepflückt und sorgfältig gelagert werden, behalten sie das volle Aroma und bleiben ein bis zwei Wochen lang frisch.

  • Bei der Lagerung ist es wichtig, dass die Schale einwandfrei ist – Früchte mit unbehandelter Schale halten sich jeweils etwas kürzer.
  • Zitrusfrüchte nie in den Kühlschrank legen. Dadurch verlieren sie ihren Geschmack.
  • Der ideale Lagerungsort sind kühle Keller oder Flure.
  • Die Früchte sollten mit Abstand nebeneinander gelegt, also nicht in Schalen gestapelt werden. So verhindert man, dass eine Frucht, die anfängt zu schimmeln, die anderen Früchte ansteckt.
  • Anderes Gemüse oder Obst sollte stets weit von ihnen entfernt gelagert werden.

Übrigens: Aus Clementinen, Mandarinen und Satsumas lassen sich leckere Säfte und Gelees machen. Sollte man feststellen, dass die gelagerte Menge zu groß ist für den direkten Verzehr, sind das schöne Alternativen, den fruchtigen Geschmack zu genießen.