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Teekultur – Weltkultur

Weltweit erfreut sich Tee großer Beliebtheit. Dabei hat jedes Land seine ganz eigene Teekultur. In China zelebriert man die „Aufgüsse der langen Freundschaft“, die Ostfriesen machen „Wulkjes“ und in England trifft man sich zur „Teatime“. Die Zubereitungsarten und Traditionen rund um Tees sind ebenso unterschiedlich wie vielfältig.

Teekultur in China
© Carmen Steiner - Fotolia.com

China

Im Mutterland des Tees findet man die weltweit älteste Teekultur. Die bekannteste ist heutzutage Gonfu Cha, für die man bevorzugt Oolong-Tee verwendet. Für den ersten Aufguss, den „Aufguss des guten Geruches“ übergießt der Teemeister die Blätter mit heißem Wasser, um sie sofort wieder in ein Schälchen abzugießen.


Beim zweiten Aufguss, dem „Aufguss des guten Geschmacks" lässt er die Blätter 10 - 30 Sekunden ziehen, bevor er sie in Teeschalen abgießt.

Hochwertiger Tee kann bis zu 15 mal neu aufgegossen werden, dabei lässt man ihn bei jedem neuen Aufguss 10 Sekunden länger ziehen. Durch diese spezielle Methode schmeckt jeder Aufguss anders als der vorherige, wodurch Teetrinken zu einem einmaligen Geschmackserlebnis wird.

Teekultur in Ostfriesland
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Deutschland

Besondere Tradition hat das Teetrinken in Ostfriesland, wo am liebsten der aromatische Ostfriesentee, eine Schwarzteemischung, getrunken wird. Wichtige Zutaten für die Teezeremonie sind Kluntjes (Kandiszucker), die in die erste Tasse gelegt werden und sich dann bis zur letzten allmählich auflösen, sowie Sahne.


Die Sahne wird vorsichtig am Rand in die Tasse gegossen, wodurch „’n Wulkje“, ein kleines Wölkchen, entsteht. Die Tradition untersagt es, den Tee umzurühren, so dass man sich im Laufe des Trinkens vom herben Aroma am Rand, über den sahnigen in der Tassenmitte weiter zur Süße am Boden der Tasse bewegt.

Klassische Teezeiten sind der „Elführtje“ am Vormittag, der Nachmittagstee gegen 15 Uhr und der abendliche Tee um ca. 21 Uhr.

Teekultur in England
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Großbritannien

Trinken Sie Ihren Tee Mif oder Tif? Über diese Frage wird auf der Insel schon seit Jahrhunderten diskutiert. Königin Elisabeth II. soll zum Beispiel eine treue Anhängerin der Milk-in-first-Variante (Mif) sein, bei der man also zuerst Milch in die Tasse gibt, bevor man Tee nachschenkt. Dadurch soll auch das zerbrechliche Teeporzellan geschont werden. Im Gegensatz dazu wird bei der Tea-in-first-Variante (Tif), wie der Name schon sagt, der Tee zuerst eingeschenkt.

Traditionell trifft man sich gegen 16 Uhr zur Teatime, zu der üblicherweise Scones mit Clotted Cream (dicker Rahm) und Konfitüre sowie herzhafte Sandwiches, z.B. mit Gurke, Lachs oder Eiersalat gereicht werden.

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