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Geschichte des indischen Tee-Anbaus

Geschichte des indischen Teeanbaus
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Der größte Teil des Tees, der hier zu Lande getrunken wird, stammt aus Indien. Ein britischer Oberst bekam im Jahre 1780  Teesamen aus China geschickt. Seine Pflanzversuche waren zwar recht erfolgreich, größere Plantagen wurden aber erst mehr als 40 Jahre später angelegt. Der englische Major Robert Bruce entdeckte 1823 – während eines Jagdausflugs in den Regenwäldern zwischen Assam und Burma – riesige, wild wachsende Teesträucher. Es folgten zahlreiche mühevolle Anbauversuche. Das alte  Sprichwort „Gut Ding will Weile haben“ trifft exakt auf die ersten Jahre des Tee-Anbaus in Indien zu. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts klagten Pflanzer und englische Teehändler über karge Ernten. Die Geduld wurde aber letztendlich belohnt: Heute gibt es in Indien mehr als 7000 Plantagen. Die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der jeweiligen Anbaugebiete sorgen für die bekannte Teevielfalt.

Um optimal zu wachsen, benötigt die Teepflanze ausreichend Wasser und viel Sonne. Die Plantagen in Höhenlagen von 600 bis mehr als 2500 Metern bieten ideale Bedingungen. Aroma, Geschmack, Farbe und Stärke variieren je nach Boden und Wetterverhältnissen. So bekommt jede Tee-Sorte ihre eigene charakteristische Note. Die Teeblätter werden überwiegend nach der goldenen Regel „two leaves and a bud“ von Hand gepflückt. Die „zwei Blätter mit der Knospe“ garantieren für hochwertige Qualität.

Die berühmtesten Anbaugebiete Indiens: Darjeeling und Assam

Typisch Darjeeling

In der Provinz Darjeeling, an den südlichen Hängen des Himalaja, wachsen die edelsten Tees der Welt. Man bezeichnet sie auch als Champagner unter den Tees. Feuchte, heiße Sommer und trockene, kühle Winter verleihen dem Tee seinen typischen Charakter. Die aromatischen Nuancen der Darjeelings reichen von zart-blumig bis würzig-aromatisch.

Besonders begehrt unter Teetrinkern ist der Darjeeling First Flush. Bei diesem „Frühlingstee“ handelt es sich um die erste Ernte im Jahr, die nach dem Winter gepflückt wird. Der First Flush ist ein kurzfermentierter, schwarzer Tee mit einem zarten, blumigfrischen Aroma. Der Aufguss hat einen leicht grünlichen bis goldenen Schimmer. Tees aus der zweiten Pflückung, die etwa Mitte Mai startet, kommen als Second Flush in den Handel. Die so genannten Sommertees schmecken kräftigherb, mitunter auch leicht nussig. Da Second Flush-Sorten länger fermentieren als First Flush-Tees, ist der Aufguss wesentlich dunkler.

Nicht ganz so kräftig wie der Second Flush sind die Herbsttees. Die als Autumnals bezeichneten Sorten aus Darjeeling werden ab Oktober geerntet. Typisch für den Herbsttee ist die Farbenvielfalt der getrockneten Teeblätter. Die grünen, braunen und schwarzen Blätter erinnern an Herbstlaub. Die Tees sind ausgereift und vollmundig, leicht im Geschmack und zeichnen sich durch eine weiche, gelb-rötliche Tassenfarbe aus. Darjeeling-Tee kommt häufig als „Lagen“- oder „Gartentee“ in den Handel und trägt dann den Namen des jeweiligen Teegartens.

Kräftiger Assam für bekannte Mischungen

Das größte zusammenhängende Tee-Anbaugebiet der Welt liegt in der feucht-heißen Hochebene von Assam. Es erstreckt sich über rund 600 Kilometer entlang des Flusses Brahmaputra, der die Landschaft stark prägt. Dank der extremen Feuchtigkeit und der tropischen Hitze, wachsen die Saatpflanzen in Assam sehr schnell und bringen eine reichhaltige Ernte. In rund 2000 Teegärten, die im gesamten Gebiet verteilt sind, werden die Blätter für einen würzigen, mitunter leicht malzigen Tee angebaut.

Typisch für Assam-Tees ist neben dem vollmundigen Geschmack auch die kräftige, dunkle Farbe. Die Blätter, die beinahe das ganze Jahr über geerntet werden können, lassen sich hervorragend mit anderen Teesorten mischen. Ein guter Ostfriesen-Tee wie Bünting Tee besteht zum Beispiel zu mehr als der Hälfte aus Assam-Tee. Bei der Englischen Mischung ist traditionell etwa ein Drittel Assam enthalten.

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