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Kürbiskunde

Kürbiskunde
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Der Herbst ist und bleibt die beste Jahreszeit für Kürbisfreunde: Endlich gibt es das farbenfrohe Gemüse wieder in Hülle und Fülle. Ob als Deko, zum Basteln oder Kochen – Kürbisse sind in ihrer Verwendung fast so vielfältig wie in ihrem Aussehen.
 
Kaum ein Gemüse kann auf eine derart lange Erfolgsgeschichte zurückblicken: Bereits in der Steinzeit begeisterte der Kürbis die Gaumen der Menschen in Süd- und Mittelamerika. Mit der Entdeckung Amerikas gelangte der Kürbis schließlich auch nach Europa.

Die Liebe zum Kürbis ist nicht neu, sie wurde nur wieder entdeckt. Vom einstigen Arme-Leute-Essen zur modernen Kürbisküche war es ein langer Weg – doch er hat sich gelohnt!

Gehört der Kürbis eigentlich zum Obst oder zum Gemüse?

Obwohl er häufig als Gemüse bezeichnet wird, zählt er botanisch gesehen zu den Beerenfrüchten. Sage und schreibe 800 unterschiedliche Speise- und Zierkürbisse gibt es derzeit, die sich in Form, Farbe, Größe und Geschmack voneinander abheben.

In letzter Zeit erleben die farbenfrohen Kraftpakete eine wahre Renaissance und werden neben dekorativen Zwecken vielfältig in der Küche verwendet: Ob in Suppen, Aufläufen, Salaten und Kuchen, ob gebraten, gedünstet oder eingelegt – Kürbisse sind wahre Tausendsassa.

Rezeptvorschlag Kürbissuppe mit Ingwer und Kokosmilch

Kürbissuppe
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Für 4 - 6 Personen

  • 1 kg Kürbis (z.B. Hokkaido)
  • 500 g Möhren
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stück (ca. 5 cm) Ingwer
  • 1 EL Öl
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 500 ml Kokosmilch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Sojasauce
  • 1 rote Chili
  • Korianderblätter

Kürbis waschen, trockenreiben. Möhren schälen, putzen, Zwiebel und Ingwer schälen. Alles kleinwürfeln. In einem großen Topf im erhitzten Öl anschwitzen. Mit Gemüsebrühe ablöschen und ca. 25 Min. weich kochen. Fein pürieren, eventuell durch ein Sieb streichen. Kokosmilch hinzugeben, mit Salz, Pfeffer und Sojasauce abschmecken. Mit gehackter Chili und Korianderblättern garnieren. 

Die Familie der Kürbisse ist groß

Familie der Kürbisse
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Streng genommen sind Kürbisse die Beeren der Kürbispflanze. Die Vielfältigkeit der Kürbisfamilie spiegelt sich im Aussehen ihrer Mitglieder wider. Die drei wichtigsten Unterarten sind:  

  • Moschuskürbisse (dazu gehört etwa der Butternusskürbis)
  • Gartenkürbisse (z.B. Zucchini)
  • Riesenkürbisse. Sie sind rekordverdächtig, denn ihre Beeren sind die größten im ganzen Pflanzenreich und können mehrere hundert Kilo schwer werden.
  • Zierkürbisse: Kunterbunt, rund oder birnenförmig – Zierkürbisse gibt’s in verschiedenen Farben und Formen und sind jetzt beliebte Deko-Objekte. Nur essen darf man sie nicht: Sie schmecken bitter und beinhalten gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe.


Sommer- und Winterkürbisse

Abhängig von Erntezeitpunkt und Lagerfähigkeit wird nach Sommer- und Winter-Kürbissen unterschieden. Erstere (z. B. Zucchini, Spaghettikürbis) haben eine eher kleine bis mittelgroße Gestalt und schmecken am besten, wenn sie jung (ab Juli) geerntet werden.

Der geschmacklich aromatischere und süßere Winterkürbis erlangt seine Reife ab September und kann im Vergleich zum Sommerkürbis ca. sechs Monate gelagert werden. Seine Schale ist nicht weich und genießbar wie die des sommerlichen Kollegens, sondern hart und unverzehrbar. Zum Kreis der Winterkürbisse zählen z. B. der Hokkaidokürbis und Moschuskürbis.

Kürbisse aus unserem Markt

Halloweenkürbis
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Halloweenkürbis 

Er ist der Klassiker zu Halloween und eignet sich prima zum Schnitzen von gruseligen Gespenster-Köpfen. Dabei sind sie eigentlich nur der Ersatz für ausgehöhlte Rüben, die in Irland, dem Ursprungsland des Halloween-Festes, die Menschen zum Gruseln brachten.

Außerdem lässt sich sein festes Fruchtfleisch z. B. zum Apfel-Kürbis-Suppe kochen von Kompott und Suppen verwenden.

Hokkaidokürbis
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Hokkaidokürbis 

Dieser 1 - 2 kg schwere Vertreter der Riesenkürbisse ist in deutschen Küchen besonders beliebt, da er so vielseitig einsetzbar und leicht zu handhaben ist.

Er präsentiert sich im strahlend orangefarbenen Gewand und ist der einzige Winterkürbis, dessen Schale mitgegessen werden kann.

Ursprünglich stammt der Hokkaido-Kürbis – wie der Name schon sagt – von der japanischen Insel Hokkaido. Heute wird er auch in Europa angebaut und hat von September bis Dezember Hochsaison. Hokkaido-Kürbisse schmecken in allen Varianten: als Suppe oder im Eintopf, gefüllt oder als Püree. So gilt er dank seiner einfachen Zubereitung und des aromatisch feinen Fruchtfleisches auch als so genannter Einstiegskürbis.

Einkauf und Lagerung von Kürbissen

Woran erkenne ich einen reifen Kürbis?

Den „Richtigen“ zu finden, ist bei Kürbissen ziemlich einfach: 

  • Erstens erkennen Sie einen reifen Kürbis daran, dass er leicht hohl klingt, wenn Sie an die Schale klopfen.
  • Zweitens sollten Sie darauf achten, dass der Stiel vorhanden und im besten Fall leicht holzig ist. Fehlt der Stiel, können Fäulnisbakterien in den Kürbis gelangen und ihn austrocknen. 
  • Außerdem erkennen Sie am verholzten Stiel, dass der Kürbis reif geerntet wurde.

Doch wie verarbeitet man so einen echten Dickhäuter?

Am besten man halbiert ihn zunächst mit einem großen Messer und schneidet ihn dann in ca. dreifingerbreite Spalten. Wenn das faserige Fleisch samt Kerne entfernt wurde, kann die Schale mit einem scharfen Messer entfernt werden.

Aufbewahrung und Lagerung von Kürbissen

An einem kühlen und trockenen Ort lassen sich Kürbisse über mehrere Wochen bedenkenlos lagern. Angeschnittene Stücke sollten Sie gut verpackt im Kühlschrank aufbewahren, allerdings nicht länger als 2 - 4 Tage.

Inhaltsstoffe des Kürbis

Inhaltsstoffe von Kürbissen
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In Form und Farbe könnten Kürbisse kaum unterschiedlicher sein, ihre Inhaltsstoffe sind jedoch sortenübergreifend wertvoll: Sie haben einen hohen Anteil an Kalium, enthalten reichlich Provitamin A und sind sehr kalorienarm.

Auch die Kerne sind wahre Wundermittel. Sie enthalten über 80 Prozent ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E, Magnesium, Zink und Selen. Getrocknet sind sie ein idealer Snack für zwischendurch, peppen aber auch jedes Müsli auf.

Falls Sie zu der Sorte Mensch gehören, die leicht fröstelt, sollten Sie zur Kürbissuppe greifen – die wärmt von innen. Und gewürzt mit ein bisschen Chili oder Curry können Sie diese Wirkung noch verstärken.