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Laktose-Intoleranz

Ein Bestandteil der Milch ist der Milchzucker (Laktose), der ihr den leicht süßen Geschmack verleiht. Um diesen Milchzucker zu verwerten, benötigt der Körper das Enzym Laktase. Dieses Enzym ist für die Verdauung von Milchzucker im Dünndarm verantwortlich. Wird der Milchzucker gar nicht oder nur unzureichend in seine Bausteine Glucose und Galaktose zerlegt, gelangt er unverändert in tiefere, mit Bakterien besiedelte Darmabschnitte. Dort findet dann eine bakterielle Vergärung statt, wobei neben den Gasen Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff auch kurkettige Fettsäuren gebildet werden.  

Die Symptome sind dann:

  • Darm- und Unterleibsbeschwerden
  • Blähungen
  • Darmkrämpfe
  • Völlegefühl / Durchfall


Häufigkeit der Erkrankung

Bei Säuglingen kommt eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) sehr selten vor, da sie über in der Regel genügend Laktase verfügen. Mit dem Erwachsenwerden kann die Laktaseaktivität wegen eines völligen Fehlens oder Mangels an Laktase abnehmen. Deshalb ist auch der Schweregrad der Krankheit individuell sehr unterschiedlich. Eine vorübergehende Laktoseunverträglichkeit kann auch nach Operationen, Durchfall oder bei einer Schädigung der Darmschleimhaut auftreten. In Deutschland leiden zwischen 5 und 10 % der Erwachsenen nach dem Genuss von Milch oder Produkten in denen Milchzucker enthalten ist.

Laktose in Lebensmitteln

Laktosehaltige Lebensmittel sind u.a. Milch und daraus hergestellte Speisen und Getränke, wie beispielsweise Kondensmilch, Buttermilch, Butter, Joghurt, Quark, Sahne, Molke, Eiscreme und Schokolade.

Aber auch Lebensmittel, bei denen man keine Milchbestandteile oder Laktose vermutet, können diese in kleinen Mengen enthalten, wie zum Beispiel in Wurstwaren, Backwaren, Aromen, Brotaufstriche, Salatdressings, Margarine, Mayonnaise, Fertiggerichte und -soßen, Verdickungsmitteln, Gemüse- und Fischkonserven und Süßwaren.

Auch folgende Angaben auf der Verpackung deuten daraufhin, dass Kuhmilch verwendet wurde: Molkereistoffe, Natriumkasein, Kasein, Kaseinate, Milcheiweiß, aufgespaltene Milcheiweiße, Lactalbumin und Lactoglobulin.

Müssen Sie sich völlig laktosefrei ernähren, dann sollten auch die Zusammensetzungen von Vitaminzubereitungen, Arzneimitteln und Zahnpasta genau überprüft werden. Bei Unsicherheiten kann eine Herstelleranfrage eingeholt werden. Natürlich können auch Ärzte und  Apotheker um Rat gefragt werden.

Welche Lebensmittel sind laktosefrei?

Fruchtsäfte, Mineralwasser, Tee, Kaffee, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte, Getreide und Getreideflocken, Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Öl, Tee, Kaffee, Sojamilch, reine Gewürze, Kräuter und Nüsse und können bedenkenlos verzehrt werden. Verpackte Lebensmittel mit der Aufschrift „laktosefrei oder milchfrei“ sind ebenfalls empfehlenswert.

Bei Lestra finden Sie ein Vielzahl spezieller laktosearme Milch und Milchprodukte (Joghurt, Sahne, Schmand, Quark und Käse).

Ein Verbraucherportal gibt weitere Informationen unter: http://www.libase.de/

Wie sehen die Ernährungsempfehlungen aus?

Bei nachgewiesener Unverträglichkeit sollte Milchzucker gemieden werden. Um allerdings unnötige diätetische Einschränkungen zu verhindern, ist es ratsam, seine individuelle Toleranz durch Zufuhr geringer Mengen Milchzucker auszutesten. Am besten ist es, milchzuckerhaltige Lebensmittel anfangs wegzulassen und dann stufenweise auszuprobieren, welche Mengen beschwerdefrei toleriert werden. In vielen Fällen können kleine Mengen über den Tag verteilt gut vertragen werden.
Der Laktosegehalt der Milchprodukte kann in drei Gruppen eingeteilt werden: 

fast laktosefrei:laktosearm: laktosereich: 
länger gereifte Käsesorten (Hart- u. Schnittkäse), Butter    Hüttenkäse, gesäuerte  Milchprodukte (Joghurt, Buttermilch, Kefir)    Speisen die Milch (Milchpulver oder Milchzucker) in größeren Mengen enthalten,
z. B. Milchreis, süße Aufläufe, Puddings u. a., viele Süßigkeiten, wie z. B. Nuss- Nougatcreme oder in fertigen Lebensmitteln, z. B. in Kekssorten, Fertigpuddings, Frischkäsezubereitungen u. a.